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Basteleien: 2014-01-26: Stahlspaghetti (Praxis); erste Messung

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Nun ist es endlich soweit: nach dem Bau des Rahmens und Abformen diverser Flächen von der Referenzplatte kann ich nun die erste Führungsschiene an der Rahmen schrauben.

Die Anschlagleiste wird an den Rahmen geschraubt. Sie ist nur 600mm lang, während die Führungsschiene 800mm ist. Meine Referenzplatte war zu kurz. Ist muß also nach einigen Schrauben die Anschlagleiste verschieben und versetzt anschrauben. Das ist suboptimal, aber so ist es nunmal.

Das gleiche Problem bestand beim Plattdrücken der Anschraubflächen. Hier mußte ich in drei Schritten arbeiten.

Anschlagschiene, angeschraubt

Mit dieser Suboptimalität muß ich erstmal leben. Als nächstes wird nun die Schiene angeschraubt. Dazu ziehe ich sie mit einer Schraubzwinge am Montageloch an meine Anschlagschiene, um sie dann dort festzuschrauben. Das Anschrauben erfolgt mit einem Drehmomentschlüssel, den ich extra für diese Aufgabe angeschafft hatte. Das korrekte Drehmoment kann man der Dokumentation der Schienen entnehmen. Zunächst wird eine Schraube der Festigkeit 12.9 (wasimmer das bedeutet und wasimmer das für eine Einheit ist) gefordert. Die M5x20-A2-Stahlschrauben scheinen das laut Web-Recherche zu erfüllen. Für eine Anschraubung an Aluminium listet die Doku ein Drehmoment von 4,4Nm. Da mein Epoxi-Alu-Beton sicher noch ein bißchen weicher ist, wähle ich 4Nm.

Anschlagschiene mit Stahlspaghetto

Nach dieser Aktion sitzt die Schiene am Rahmen. Juchhu!

Anschlagschiene mit Stahlspaghetto

Nun kann ich zum ersten Mal etwas messen. Für diese Messungen habe ich eine Meßuhr mit Magnetstativ angeschafft. Was eine Meßuhr ist? Ganz einfach: ein Meßgerät, welches mißt, wie weit ein Meßdorn eingedrückt ist. Es gibt analoge Geräte, die dann wirklich wie eine Uhr aussehen, oder aber digitale Geräte. Die digitalen haben den Vorteil, daß bei sehr kleiner Meßeinheit trotzdem der Dorn noch einen gewissen Meßweg hat, was die Arbeit enorm erleichtert. Ich wollte eine Auflösung von 1µm, und bei sowas haben analoge Meßuhren normalerweise nur noch einen Meßweg von 1mm. Die digitale Meßuhr im Bild erlaubt komfortable 13mm.

Die hier zu sehende Meßuhr löst also 1µm auf dem Display auf. Die Genauigkeit ist mit 5µm angegeben, was völlig ausreicht. Das Gerät war nicht das teuerste, aber bei solchen Präzisionsdingern sind auch die, die nicht die teuersten sind, schon schmerzhaft. Mehrere Wiederholtests sind konsistent und zeigen eine gute Genauigkeit und Wiederholbarkeit.

Im Moment kann ich nur versuchen, die Geradheit der einen Führungsschiene zu messen. Mit dem Magnetstativ schraube ich dazu die Meßuhr an einen Führungswagen. Diesen Wagen haben ich vorsichtig eingefädelt und dabei peinlich darauf geachtet, daß beim Hinüberschieben von dem Plastik-Schienendummy auf die Schiene keine Kugel aus den Kugellagern fällt. Sollte das passieren, ist der Wagen hin.

Nach dem Einschalten der Meßuhr zeigt sie -2µm an. Das ist unsere Nullposition.

Meßuhr

Nun schieben wir den Wagen ein Stückchen auf der Schiene rum. Schreck: +40µm. Mist.

Meßuhr

Mehrmaliges Hin- und Herschieben ergibt ein konsistentes Meßergebnis. Andere Positionen zeigen, daß dieser Unterschied von 42µm ungefähr auch das Maximum ist, was ich herauskitzeln kann.

Das sieht also erstmal krumm aus. Was heißt das genau? Ist das schlimm? Ich beschließe, daß ich evtl. durch Hebelwirkung eine Verstärkung des Meßfehlers habe, wenn der Wagen ein kleines bißchen den Winkel zur Schiene verändert. Trotzdem: der Fehler ist mir zu groß.

Ich baue die Schiene wieder ab und denke nach.


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9. März 2016
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